Tipps für neue Elfenrunden

Spenden kann jeder. Doch es geht nicht darum, dass Sie irgend etwas machen, sondern wie Sie es machen und warum Sie es machen.

Wie kann man so helfen, dass es nachhaltig wirkt, dass dem Geholfenen Selbsthilfe damit ermöglicht wird? Wie findet man Projekte, die sich zu unterstützen lohnen? Wie kann man den Erfolg beurteilen oder begleiten?
Wir können hier keine Auflistung an Spendenideen liefern, aber Sie bei der kreativen Suche nach solchen Ideen unterstützen.
Bieten Sie nicht Standard, sondern das Besondere. Und das fängt mit besonderen Ideen an, die Sie in der Gruppe finden. Die Methode dazu ist das Brainstorming.

Bedenken Sie stets die Grundregel des Brainstorming: Quantität steht im Vordergrund; die Fragen nach Qualität und Machbarkeit werden erst später gestellt. Nur so erhalten Sie ausgefallene Lösungen. Daraus folgt natürlich auch, dass kein Teilnehmer für absurde Ideen belächelt oder kritisiert werden darf. Jegliche Beurteilung der Vorschläge ist absolut tabu.

• Vorgehen: Zunächst tragen die Elfen alle Aufgaben und Anforderungen an eine Spenden-Aktion zusammen. Anschließend werden per Brainstorming Lösungen vorgeschlagen. Ein großes Flipchart oder ein an die Wand geheftetes Stück Papier (Plakat, Tapetenstück) ist empfehlenswert.

• Auslese: Wählen Sie aus der Fülle von Ideen machbare Highlights aus.

Im folgenden erfahren Sie einige der erprobtesten und wirkungsvollsten Techniken, um auch alleine kreative Ideen zu generieren.

Benutzen Sie eine Checkliste

Das gehört zu den bevorzugten Methoden kreativer Menschen, mit einer Checkliste an neue Ideen heranzugehen. Die Grundidee ist einfach:
Stellen Sie eine Liste von Themen oder Worten auf und überlegen Sie, ob sie auf die Sache, über die Sie kreativ nachdenken wollen, zutreffen.

Alex F. Osborn hat eine sehr nützliche und einfache Checkliste entwickelt. Die Liste besteht aus einer Reihe von Worten wie vergrößern, verkleinern, ersetzen, neu anordnen, umkehren und kombinieren. Der Sinn der Sache ist, die Anwendung jedes dieser Worte auf das jeweilige Problem auszuprobieren, in der Hoffnung, dass neue Ideen dabei herauskommen. Das Wort verkleinern erinnert Sie beispielsweise daran, Spendenaktionen für Kinder zu machen. Die Worte neu anordnen erinnern Sie daran, die Einrichtung in einem Kindergarten neu zu gestalten, und so weiter.
Um eine Checkliste anzuwenden, müssen Sie sich einmal die Mühe machen, eine Liste zu besorgen oder selbst zusammenzustellen. Auch wenn diese Technik Sie vielleicht nicht sofort zu dem führt, was Sie als Lösung eigentlich suchen, so gehört sie doch zu den Methoden, die Sie benutzen können, um die eigene Ideenproduktion in Gang zu setzen.

Erzwungene Assoziationen können weiterhelfen

Eine andere Technik zur Produktion neuer Ideen ist der Versuch, eine Verbindung zwischen zwei ursprünglich unabhängigen Ideen oder Gegenständen zu erzwingen. Dabei entstehen oft neue Ideen.
Mickey-Maus-Uhren oder elektrische Büchsenöffner-Entsafter-Kombinationen
sind Ergebnisse von erzwungenen Verbindungen.

Erzwungene Verbindungen entstehen normalerweise zufällig und mechanisch.
Es gehört zum Beispiel zu den bevorzugten Techniken kreativer Menschen, eine Schachtel mit »Ideenanregern« zu besitzen. Wenn Sie etwa Spendenzwecke suchen, fangen Sie an, Zeitungsausschnitte über soziale Ungerechtigkeit zu sammeln. Wenn Sie einen Spendenzweck suchen, schütteln Sie Ihre Ideenkiste und ziehen nach Belieben zwei oder mehr Beispiele heraus. Prüfen Sie, ob diese Ideen verbunden und auf das jetzige Problem angewendet werden können. Wenn die Antwort Nein ist, legen Sie die Zettel wieder in die Schachtel, schütteln Sie noch einmal und ziehen Sie zwei weitere. Am Ende werden Sie eine nützliche Kombination von Ideen gefunden haben.

Stellen Sie eine Liste von Eigenschaften auf

Das Auflisten von Eigenschaften ist eine Sonderform der Checklistentechnik. In diesem Fall stellt der Ideensucher eine Liste von allen Eigenschaften des Spendenzwecks auf, den er unterstützen möchte.

Dann wird die Aufmerksamkeit gesondert auf jede einzelne der Eigenschaften konzentriert, die zusammen die Checkliste zur Entwicklung neuer Ideen bilden. Sie konzentrieren sich dann auf jede einzelne Eigenschaft, um einen guten Spendenzweck zu finden.

Benutzen Sie den morphologischen Ansatz

Der morphologische Ansatz zur Entwicklung neuer Ideen gehört zu dem Wenigen im Leben, das leichter getan als gesagt ist. Im Grunde genommen verbindet dieser Ansatz die Eigenschaftsliste mit den erzwungenen Verbindungen, und das Ergebnis ist die schnelle Produktion einer unglaublichen Anzahl von Ideen.

Diese Technik läßt sich am besten an Hand eines Beispiels erläutern.
Nehmen wir an, Sie wären für die Programmplanung einer Fernsehstation verantwortlich und versuchen, neue Ideen für Sendungen zu entwickeln, um die Sehbeteiligung zu erhöhen. Zunächst stellen Sie eine Liste der Merkmale einiger Sendungen auf, zum Beispiel Sendetag, Sendezeit, Zielgruppe, Art der Sendung und Hauptwerbekunden für dieses Sendeformat.
Schreiben Sie nun unter jeder Uberschrift verschiedene Alternativen auf, und Sie erhalten eine Matrix, die wie folgt aussehen könnte:

Art der Zielgruppe Sendetag Sendezeit Werbekunde Sendung
Vorschulkinder Sonntag 6 - 7 Uhr Spielwaren Nachrichten Sport
Schulkinder Montag 7 - 9 Uhr Autofirma Drama
Teenager Dienstag 9 - 12 Uhr Kosmetik Komödie
Hausfrauen Mittwoch 12 - 15 Uhr Arzneimittel Musik
Männer Donnerstag 15 - 19 Uhr Kleidung Dokumentation
Frauen Freitag 19 - 23 Uh Immobilien Talk Show
ältere Mitbürger Samstag nach 23 Uhr Müsli  

Als nächstes wählen Sie ein oder zwei beliebige Kategorien aus und verbinden sie, um eine neue Idee für eine neue Sendung zu entwickeln.
Sie haben jetzt ein Hilfsmittel, um Tausende von Ideen für neue Sendungen zu schaffen. Wie wäre es mit einer Komödie für Hausfrauen und ältere Mitbürger am Donnerstagmorgen zwischen neun und zwölf Uhr, die von einem Pharmakonzern finanziert wird?

Der Vorteil des morphologischen Ansatzes und der vorher besprochenen Techniken liegt darin, dass sie uns helfen, aus gewohnten Denkmustern auszubrechen. Es ist wichtig, stets daran zu denken, dass die Ideen, die aus diesen Methoden hervorgehen, oft nur der Ausgangspunkt für den kreativen Prozess sind. Meistens ist noch eine große Zahl von Versuchen, Verfeinerungen und Weiterentwicklungen nötig, bis schließlich eine brauchbare Idee entstanden ist.

Legen Sie Termine und Zahlen fest

Legen Sie nicht nur die Zeit fest, bis zu der Sie die Ideen entwickelt haben wollen, legen Sie zusätzlich auch Ihre Anzahl fest. Sagen Sie sich: »In einer Woche werde ich 35 neue Ideen zum Thema ... entwickelt haben.« Oder noch besser: Schreiben Sie es auf. Es mag ja nach einer großen Anzahl von Ideen klingen, aber auf eine Woche verteilt sind das nur fünf neue Ideen am Tag. Es wird wahrscheinlich am schwersten sein, die ersten fünf Ideen hervorzubringen, aber sie werden dann andere Ideen nach sich ziehen. Und je mehr Ideen Sie sammeln, um so besser wird die Aussicht, auf die gesuchte Lösung zu stoßen.

Verbinden Sie kreatives Denken mit alltäglichen Arbeiten

Unser tägliches Leben besteht zu einem großen Teil aus Routinetätigkeiten, die manchmal langweilig sein können und wenig oder gar keine geistigen Anstrengungen von uns fordern. Warum sollten wir diese Zeit nicht doppelt nutzen? Seien Sie kreativ und denken Sie nach.
Haus- und Gartenarbeiten sind besonders geeignete Kandidaten. Wenn wir ein Thema ausgewählt haben, über das wir nachdenken wollen, ist die Arbeit nicht mehr so ermüdend, und die Zeit scheint schneller zu vergehen.
Spazierengehen, Laufen und Radfahren sind hervorragend zum kreativen Nachdenken geeignet. Für viele Menschen ist Spazierengehen ein bevorzugtes Mittel geworden, um zu neuen Ideen angeregt zu werden. Ein Gang durch ein Einkaufszentrum oder ein Geschäftsviertel kann uns mit allen möglichen neuen Anregungen konfrontieren. Oder ein Spaziergang in der Stille der Wälder kann für die friedliche Einsamkeit sorgen, die für die befriedigende Lösung eines Problems notwendig ist. Radfahren und Laufen können den entspannten Geisteszustand herbeiführen, der notwendig ist, um neue Ideen zu entwickeln. In ähnlicher Weise berichten manche Menschen darüber, dass sie ihre größten Einsichten auf einem Gang über den Golfplatz erhielten.
Auch beim Baden kommen manchmal die besten Ideen. Viele Menschen behaupten, dass sie am besten im Badezimmer kreativ denken können, ob es nun beim Duschen, Rasieren oder Baden ist. Ein guter Grund dafür ist sicher, dass sie von ablenkenden Einflüssen abgeschirmt sind. Ein großer Teil unserer Zeit wird auch durch Warten oder Fahrten zum Arbeitsplatz in Anspruch genommen. Wie viele andere alltägliche Tätigkeiten können auch sie angenehmer gestaltet werden, wenn wir etwas zur Hand haben, an dem unsere Vorstellungskraft arbeiten kann, während die Zeit verstreicht. Außendienstler können Fahrt- und Wartezeiten dazu ausnutzen, neue Vorzüge ihrer Produkte und Dienstleistungen auszudenken und neue Ansätze für Verkaufsgespräche zu erarbeiten.
Wenn Sie sich die Mühe machen nachzudenken, können verlorene Augenblicke auf der Stelle produktiv werden.

Denken Sie immer, wenn Sie eine Beschäftigung suchen: »Denk nach!« Und halten Sie stets mehrere Projekte bereit, die Ihre Vorstellungskraft bearbeiten kann.

Den Gedankenfluß aufrechterhalten

Die Entstehung neuer Ideen wird durch den Verzicht auf Bewertungen gefördert. Versuchen Sie deshalb nie, neue Ideen zu entwickeln und sie gleichzeitig zu bewerten. Entwickeln Sie erst die Ideen, und bewerten Sie sie anschließend. Wenn Sie mit Ihrer Vorstellungskraft arbeiten, sollten Sie sich als zwei Personen sehen: einmal als Denker und zu einer anderen Zeit als Richter. Bewerten Sie Ihre Ideen erst dann, wenn Ihre Kraft zur Ideenproduktion erschöpft ist. Sie steigern so die Anzahl der Ideen, und je mehr Ideen Sie haben, desto größer ist die Aussicht, daß eine hervorragende darunter ist.