1. Bundesweit ist der Anteil der von Armut bedrohten Haushalte von 12,1 Prozent 1998 auf 13,5 Prozent 2004 gestiegen. Die Schere zwischen arm und reich wird immer größer. 10 Prozent der Bevölkerung verfügen über 50 Prozent des Vermögens. Was in so einer Situation gebraucht wird, ist nicht Fürsorge in Form von Almosen und solidarischem Mitleid, sondern ein beharrliches Engagement für menschenwürdige Lebensbedingungen und sozial gerechte Chancen, sein Glück machen zu können.
2. Elfen enstammen der germanischen Mythologie. Es sind Zaubergeister hilfreicher Art, die in verschiedenster Gestalt erscheinen. Seit dem 18. Jahrhundert sind sie zum Inbegriff der freundlichen, libellenartigen Geister geworden. Unsere Elfen sind kein Club, kein Verein, keine Organisation. Es gibt keine Präsidenten, keine Vorstände, keine Wimpel, keine Ehrungen, keine Auszeichnungen, keine Exklusivität. Es geht nur um einen Zweck: Helfen! Die Elfen meiden Vereinsmeierei und Pöstchen, Selbstdarstellung und missionarisches Gutmenschentum. Es geht um unkomplizierte Hilfe vor Ort im Kleinen, die wächst und wächst.
3. Die Idee ist ganz simpel. Der Elfenname wurde dabei wegen der Bedeutung der Zahl 11 gewählt. 11 Leute legen 11 Monate lang jeden Monat 11.- Euro zurück. Nach elf Monaten treffen sie sich und beraten, was sie mit dem Geld Wohltätiges machen wollen. Dazu bringt jeder eine Idee mit. Von den 1331.- Euro sollten 1111.- Euro gespendet und der Rest für einen schönen, gemeinsamen Abend verwendet werden. Immerhin muss man Vorschläge recherchieren und diskutieren, bis ein einstimmiger Entschluss gefasst werden kann. Da darf man sich selbst ruhig auch ein bisschen belohnen.
4. Das Geld sollte in der Umgebung bleiben, so im Umkreis von 11 Kilometern. Statt anonymer Spenden an fremde Organisationen geht es um die Sensibilisierung für die Not vor der eigenen Haustür. Es soll Interesse für die soziale Schere in der eigenen Heimat geweckt werden und die Scheu genommen, sich damit zu beschäftigen. Im Gegenteil: Jeder soll merken, wie leicht es ist, selbst dagegen ertwas zu tun. Von der Entscheidung bis zur Umsetzung sollten nicht mehr als 11 Tage vergehen. Wenn man also zum Beispiel beschließt, mit dem Geld Renovierungsmaterial für einen Kindergarten zu kaufen und die Renovierung selbst durchführen möchte (Aha, neben Geld kann man also auch Zeit einsetzen!), sollte man sein Jahr so planen, dass in den zwei Wochen nach der Elfenrunde nicht von vornherein jedes Zeitengagement unmöglich ist.
5. Eine weitere Aufgabe besteht darin, dass jedes Mitglied während der elf Monate mindestens einen weiteren Menschen überzeugt, selbst eine Elfenrunde zu gründen. (es geht ja nur um 121.- Euro und ein einziges Treffen alle elf Monate. Das müsste finanziell und zeitlich doch von einigen im Freundeskreis machbar sein.) So wächst die Idee kontinuierlich, exponentiell und immer mit hohem Verantwortungsgefühl, jemandem neuen einen winzigen Teil des Schicksals der Welt in die Hand zu geben und verbessern zu lassen.
6. Warum neue Elfenrunden gründen statt neue Mitglieder aufnehmen? Die Runde soll so klein bleiben, dass man sich privat zu Hause treffen kann. Es sollen Menschen eine Elfenrunde gründen, die am selben Ort wohnen. Jedes Jahr trifft man sich bei einer anderen Elfe (d.h., man muss nur alle zwölf Jahre mal aufräumen und genug Stühle besorgen!). Außerdem soll der persönliche Kontakt und die damit verbundene soziale Kontrolle Garant für das Gelingen der Idee sein. Wenn jemand wegzieht oder die Lust an den Elfen verliert, muss er einen Nachfolger benennen.
7. Der Elfte eines jeden Monats ist ein wunderbar leicht zu merkender Termin, an dem jeder der elf Mitglieder einer Elfenrunde nach elf Monaten daran denken sollte, die Runde wieder einzuberufen. Aber aufpassen: Ganz bewusst besteht ein Elfenjahr nur aus elf Monaten. So trifft man sich nicht jahrelang immer im selben Monat, sondern kann über die Jahre Frühlings-, Sommer-, Herbst- und Winterideen aushecken.
8. Vielleicht ist es motivierend zu sehen, wie ein Netzwerk aus Hilfsbereitschaft entsteht. Deshalb besteht die Möglichkeit, im Internet die Entwicklung zu dokumentieren und zu verfolgen. Auf der Homepage www.11helfen.de kann sich jede Elfenrunde eintragen, ihre Spendenprojekte benennen und Empfehlungen, Warnungen, Erfahrungen weitergeben. Muss aber nicht. Im Vordergrund stehen wie gesagt Taten, nicht Worte.
9. Ausnahmen bestätigen diese Regeln. Was zum Beispiel tun bei einer rasanten Inflation (soll man dann bei 11.- Euro bleiben?) Ja, was tun? Ab jetzt heißt es selber entscheiden, am besten zu elft!
10. Eine tolle Idee darf ruhig in die tollen Tage fallen. Der 11.11.2005 ist der Gründungstag der ersten Elfenrunde. (Unnötig, aber bemerkenswert, dass da auch die Quersumme elf ergibt!) Die Idee dazu hatte Oliver Tissot aus Nürnberg. Halt, wir wollten keine Selbstdarstellungen. Also Schluss jetzt und den Elfen helfen!
11. Alles, was man jetzt tun muss, um dieser Idee zum nachhaltigen Erfolg zu verhelfen: Diesen Text kopieren und weitergeben, weitermailen, weitermachen ... und immer neue Elfen finden! Viel Erfolg!